Loading cocodiction

Kokoswasser – das besondere Wasser

Wissen

Original Titel: „Coconut Water: Dew from the Heavens“ von Dr. Bruce Fife; übersetzt von KULAU:

Kokoswasser – eine himmlische Erfrischung

Wer die pazifischen Inseln besucht, hat das Vergnügen, Kokoswasser (auch Kokossaft genannt) als eines der für die Inseln typischen Lebensmittel zu genießen. Kokoswasser ist die Flüssigkeit in der Kokosnuss. Es ist das populärste Getränk in den Tropen. Hier wird es nicht nur zur Erfrischung, sondern auch zur Gesundheit getrunken. Frauen achten besonders darauf, Kokoswasser während der Schwangerschaft und der Stillphase zu trinken, damit die Muttermilch wichtige, nötige Nährstoffe für ein gesundes Baby bekommt. Auf den pazifischen Inseln ist Kokoswasser und Kokosgelee (zartes Kokosfleisch) die erste Nahrung, die ein Kind nach dem Abstillen erhält.

Hawaianer nennen Kokoswasser „noelani“ (no-way lah-nee), was „Frische des Himmels“ heißt. Kokoswasser hat wegen seiner hohen Bedeutung für Ernährung und Medizin eine lange Geschichte. Obwohl eine Vielfalt von Früchten an vielen tropischen Orten in Fülle wachsen, wird Kokoswasser bevorzugt, wenn es darum geht, den Durst zu löschen oder ein Mittel gegen die Folgen tropischer Hitze einzunehmen. Es stillt nicht nur den Durst, sondern kräftigt den Körper, gibt Wohlgefühl und revitalisiert die Gesundheit.

Kokoswasser enthält sehr viele Nährstoffe, darunter Vitamine, Mineralstoffe, Antioxidantien, Aminosäuren, Enzyme, Wachstumsfaktoren und andere sekundäre Pflanzenstoffe. Wenn Kokospalmen in Meeresnähe wachsen, nehmen ihre Wurzeln ein kontinuierliches Angebot mineralstoffreichen Salzwassers auf. Die Mineralstoffe werden von der Kokospalme absorbiert und in den Früchten gespeichert. Daher enthält Kokoswasser gute Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium und Kalium. Es ist besonders reich an Kalium, einem essentiellen Nährstoff (eine normale Tasse mit 250 ml Kokoswasser enthält mehr Kalium als eine Banane). Es enthält auch zahlreiche Spurenelemente von Zink, Selen, Jod, Schwefel, Mangan, Bor, Molybdän und andere. Sie alle kommen aus vulkanischem Boden und aus Meerwasser. Alle Mineralstoffe liegen in Form von Elektrolyten vor und sind so für den menschlichen Körper leicht resorbierbar. Die meisten gesundheitsfördernden Eigenschaften im  Kokoswasser basieren auf seinem Mineralstoffgehalt.

Der Fettgehalt von Kokoswasser ist so gering, dass es eigentlich fettfrei ist. Auch hat Kokoswasser im Vergleich zu anderen Säften einen geringen Zuckergehalt. Es enthält nur ein Fünftel der Zuckermenge von frischem Trauben- oder Apfelsaft. Obwohl in Kokoswasser so wenig Zucker ist, hat es einen leicht süßen, sehr angenehmen Geschmack. Daher ist es wirklich eine Alternative zu Fruchtsäften und Limonaden.

Schon immer war man auf den pazifischen Inseln der Meinung, dass Kokoswasser von Krankheiten heilt und gesund hält. Kokoswasser sollte auch zur Prävention und zur Linderung vieler gesundheitlicher Probleme geeignet sein: Dehydration, Konstipation, Verdauungsstörungen, Fehlernährung, Müdigkeit, Überhitzung (Hyperthermie), Furunkel, Diarrhöe, Nierensteine, Osteoporose, Infektionen des Harntraktes und Unfruchtbarkeit. Wann immer jemand krank ist, gehört Kokoswasser gewöhnlich zur Behandlung des Patienten. Interessanterweise bestätigt nun auch die moderne medizinische Wissenschaft die Wirksamkeit von Kokoswasser bei vielen gesundheitlichen Problemen.

Bis jetzt beschäftigt sich die Forschung überwiegend mit der Bedeutung des Kokoswassers bei Behandlung von Dehydration und Hyperthermie. In den Tropen, wo Dehydration und Hyperthermie alltägliche Probleme sind, ist schon lange bekannt, dass Kokoswasser weitaus effektiver zur Linderung von Symptomen der genannten Krankheiten geeignet ist als Wasser oder Fruchtsaft. Wegen des Nährstoffgehaltes im Kokoswasser, werden Flüssigkeit und Nährstoffe schneller und effizienter vom Blut absorbiert als das bei anderen Getränken und Flüssigkeiten der Fall ist. Bei Dehydration oder Hyperthermie wirkt Kokoswasser so gut, dass es auch „Nature´s Gatorade“ genannt wird (Gatorade ist ein bekanntes, amerikanisches Sportgetränk). Jedoch ist Kokoswasser dem Gatorade noch überlegen. Denn es enthält mehr essentielle Elektrolyte, weniger Zucker und keine chemischen Zusatzstoffe, die in kommerziellen Sportgetränken gefunden wurden. Allgemein wird angestrebt, Kokoswasser als natürlichen Sportdrink zu vermarkten.

Der Effekt von Kokoswasser, den Körper zu hydrieren, wurde in den letzten zwanzig Jahren nachgewiesen, wobei es ausgiebig zur Behandlung von Cholera, Dysenterie (Ruhr), Influenza und anderen Infektionskrankheiten, die eine Dehydration fördern, eingesetzt wurde. Kokoswasser hat tausende Leben gerettet, besonders Kinderleben in unterentwickelten Ländern. Normales Wasser ist nicht wirksam bei der Behandlung von Dehydration nach Erbrechen und Diarrhöe. Doch Kokoswasser ist auf Grund seiner einzigartigen chemischen Zusammensetzung in der Lage, den Körper zu rehydrieren und ihm die nötige Stärke und Energie zu geben, die der Körper für den Kampf gegen die Infektion braucht. Die Sterberate bei Cholera ist hoch, doch durch die Einnahme von Kokoswasser steigt die Überlebensrate auf bis zu 97 %.

Viele andere Forschungsgebiete enthüllen interessante gesundheitliche Aspekte, die mit Kokoswasser assoziiert werden. Kokoswasser war lange für seine therapeutischen Wirkungen auf das Harnwegs- und Fortpflanzungssystem bekannt. Es wird berichtet, dass es Blaseninfektionen beseitigt, Nierensteine zurückbildet und die sexuelle Vitalität fördert. Medizinische Studien haben belegt, dass der Konsum von Kokoswasser sehr effektiv bei der Auflösung von Nierensteinen ist. Dr. Eugenio Macalalag, Direktor der Abteilung für Urologie im chinesischen General Hospital auf den Philippinen, meint, dass eine positive Wirkung von Kokoswasser bei Patienten, die unter Nieren- und Harnröhrensteinen leiden, nachgewiesen sei. Er berichtet, dass zwei- bis dreimaliges Trinken von Kokoswasser pro Woche bereits signifikante Ergebnisse zur Reduktion der Größe der Steine zeigt, so dass eine Operation nicht mehr notwendig sei (Referenz: 1).#

In Jamaika ist Kokoswasser als Gesundheitswasser bekannt. Es wird zur Stärkung des Herzens und zur Verbesserung des Kreislaufes verwendet. Die Forschung hat das bestätigt. Tierversuche zeigen, dass das Trinken von Kokoswasser das Verhältnis von „gutem“ zu „schlechtem“ Cholesterin verbessert und Plaqueansätze in den Arterien reduziert. Damit wird das Risiko eines Herzanfalls und eines Schlaganfalls gesenkt.

Bluthochdruck ist einer der Hauptrisikofaktoren, der zu Herzerkrankung oder Schlaganfall führt. Die Mineralstoffe Kalium und Magnesium sind wegen ihrer unterstützenden Wirkung beim Senken des Bluthochdrucks bekannt. Humanstudien haben ergeben, dass Kokoswasser, als gute Quelle für diese Mineralstoffe, eine den Bluthochdruck senkende und den Kreislauf anregende Wirkung hat (Referenz: 2). Studien haben ebenfalls gezeigt, dass Kokoswasser bei Patienten mit Herzerkrankungen das Risiko eines Herzversagens mindert (Referenz: 3). Es scheint also, dass die Jamaikaner richtig lagen: Kokoswasser ist gut fürs Herz. Die Belege sind so überzeugend, dass die FDA (Food and Drug Administration = Arzneimittelzulassungsbehörde der USA) den möglichen Hinweis auf Kokoswasser–Verpackungen genehmigt hat: „Kann das Risiko von Bluthochdruck und Schlaganfall senken“.

Weil Kokoswasser den Blutkreislauf anregt, hilft es ebenfalls Diabetikern. Merkmale von Diabetes sind schwacher Blutkreislauf und eine Tendenz zur Arteriosklerose. Viele der mit Diabetes verbundenen Leiden (Taubheit in den Füßen, Verlust der Sehkraft und Nierenversagen) sind Folgen eines schwachen Blutkreislaufes. Kokoswasser trägt dazu bei, die Blutgefäße zu weiten; es fördert die Durchblutung und reduziert Plaqueablagerungen, so dass Krankheitssymptome gelindert werden. Kokoswasser enthält außerdem einige Formen von Ballaststoffen und Aminosäuren, die die Zuckerabsorption verringern und die Insulinsensitivität steigern.

Einige der interessantesten Stoffe im Kokoswasser sind die pflanzlichen Wachstumshormone, genauer: Cytokinine. Darunter versteht man eine Gruppe von Hormonen, die Wachstum, Entwicklung und Altern regulieren. In mancher Hinsicht kann man Parallelen zu menschlichen Hormonen unter dem ähnlichen Namen „Cytokine“ ziehen. „Cytokinine“ sind ebenso als Anti-Aging-Hormone bekannt. „Cytokinine“ regulieren die Zellteilung und beeinflussen das Alter von Pflanzen. Die Anwesenheit von Cytokininen beschleunigt oder verzögert den Alterungsprozess der Pflanze. Eine der aktiven Stellen für die Produktion von  Cytokininen sind die Pflanzenwurzeln. Von hier aus wird das Hormon durch den Pflanzensaft über die ganze Pflanze verteilt, vergleichbar der Verteilung der Hormone im menschlichen Körper durch unser Blutsystem. Diejenigen Pflanzenteile, die keine Cytokinine mehr haben, altern schneller als normal, wie andererseits eine normale Alterung verzögert wird, wenn einer Pflanze zusätzlich Cytokinine zugeführt werden.

Cytokinine haben einen Anti-Aging-Effekt auch auf menschliche Zellen und Gewebe. Normalerweise beschreiben menschliche Zellen während des Wachstums einen progressiven und irreversiblen Prozess der Veränderung, bis sie das Stadium erreichen, in dem sie absterben. Junge Zellen sind drall, rund und geschmeidig. Mit zunehmendem Alter werden sie ungleichmäßig geformt, quellen auf, dehnen sich aus und es entstehen Ablagerungen; die Zellteilung verlangsamt sich und stoppt, was das Absterben der Zelle zur Folge hat.

Wenn Cytokinine kultiviert und menschlichen Zellen zugefügt werden, verhalten sich die Zellen nicht ihrem Alter entsprechend. Der normale Ablauf der Alterung verlangsamt sich erheblich. Die Zellen erfahren nicht die degenerativen Veränderungen eines normalen Verlaufs (Referenzen: 4.). Obwohl die absolute Lebensdauer menschlicher Zellen nicht sehr erhöht wird, bleiben sie doch signifikant jünger und während ihrer Lebenszeit funktionsfähig. Beispielsweise entsprechen Funktion und Aussehen behandelter Zellen in der letzten Phase ihres Lebenszyklus, wenn sie sich nicht mehr teilen, der Funktion und dem Aussehen von unbehandelten Zellen, die freilich halb so alt sind. Behandelte Zellen durchleben nie die verschiedenen degenerativen Veränderungen, die nichtbehandelte Zellen durchleben. In jeder Hinsicht bleibt ihr früherer Zustand bis ins hohe Alter erhalten.

Wegen ihrer Wirkung auf menschliche Zellen wurden Cytokinine auf eine mögliche Behandlungsmöglichkeit von Altersflecken, Falten, schlaffer und trockener Haut untersucht. Einer der Faktoren für Falten und schlaffe Haut ist das Altern und der Abbau von Bindegewebe in der Haut. Bindegewebe gibt der Haut ihre Stärke und Elastizität. Wenn Cytokinine auf der Haut angewendet werden, stimulieren sie die Zellteilung des Bindegewebes, so dass älteres, beschädigtes Gewebe durch jüngeres, funktionelleres Gewebe ersetzt wird. Das Ergebnis ist, dass auf der Hautoberfläche Falten dahin tendieren, ganz zu verschwinden. Trockene, alternde Haut wird durch geschmeidige, sanfte Haut erneuert. Dies veranlasste einige Kosmetikunternehmen, Cytokinine den Gesichtscremes und Lotions beizufügen.

Kokoswasser ist die cytokininreichste Nahrung, die in der Natur vorkommt. Forschungen suggerieren die Möglichkeit, dass der Verzehr cytokininreicher Nahrungsmittel (wie Kokoswasser) einen Anti-Aging-Effekt auf den Körper sowie eine Reduktion der degenerativen Entwicklung und altersbedingter Krankheiten hat.

Durch Regulation des Zellwachstums verhindern Cytokinine Fehler, die zur Krebsbildung führen können. Normale Zellen bleiben gesund, während die Ausbreitung und das Wachstum von Krebszellen, die zum Absterben programmiert sind, unterbunden werden. Viele der ersten Studien über Cytokinine wurden von der „American Cancer Society“ durchgeführt. Bald nach der Entdeckung von Cytokininen in den fünfziger Jahren erkannten Forscher ihr Potential zur Krebsbekämpfung. Danach wurde die krebspräventive Wirkung von Cytokininen sehr gut dokumentiert (Referenzen: 5. und 6.).

Viele gesundheitsfördernde Wirkungen werden mit Kokoswasser in Verbindung gebracht. Dieser Artikel hat sich nur mit grundsätzlichen Erkenntnissen befasst. Für eine ausführliche Darlegung mit Kurzberichten über medizinische Untersuchungen, Fall-Studien, mit aktuellen und früheren Berichten und Referenzen, Neuigkeiten und Rückblicken in die Geschichte empfehle ich mein kürzlich erschienenes Kokosnussbuch: „Coconut Water for Health and Healing“.

Wo kann man inzwischen Kokoswasser bekommen? Während frische Kokosnüsse normalerweise in den Tropen zu sehen sind, findet man sie außerhalb der Tropen nicht so leicht. Im Lebensmittelgeschäft liegen die braunhaarigen Kokosnüsse in den Obst- und Gemüseabteilungen. Jedoch empfehle ich nicht, dort nach Kokoswasser zu suchen. Die Kokosnüsse dort sind überreif und ihr Wasser kann sauer sein. In den Tropen wird dieses Wasser von den Einheimischen nicht getrunken; sie trinken „junges“ Kokoswasser. Das „junge“ Kokoswasser kommt von grünen, noch nicht ausgereiften Kokosnüssen. Das ist das Wasser, das die Urlauber am Strand trinken. Es ist das Wasser, das in den Tropen so beliebt ist und das den geschilderten gesundheitlichen Nutzen hat.

Junge Kokosnüsse sind in vielen Reformhäusern und Asia-Märkten erhältlich. Doch diese sehen nicht aus wie die bekannten braunen, haarigen Nüsse. Wenn eine reife Kokosnuss vom Baum geerntet wird, ist sie von einer dicken, faserigen Hülle umgeben. Die Hülle wird normaler Weise entfernt, bevor die Nüsse, auf Schiffen verfrachtet, zu unseren Märkten kommen. Daher sieht man diese Hülle auch nicht, sondern nur die harte braune Schale. Bei jungen Kokosnüssen wird dagegen nur ein Teil der Hülle abgetrennt; ca. 2,5 cm überdecken die Schale. Die Hülle ist weiß und hat oft die Form eines großen Spielzeug-Kreisels, mit einer Spitze am einen Ende und abgeflacht am anderen Ende. „Junge Kokonüsse“ sind an sich nicht lange haltbar, weshalb man sie nur in der Kühlabteilung eines Geschäftes finden kann.

Mit zunehmender Beliebtheit von „jungem“ Kokoswasser kann man dieses jetzt auch in transportablen Flaschen, Dosen und Tetra Paks erhalten. Es wird in den meisten guten Bioläden und Reformhäusern und in einigen Lebensmittelgeschäften und Supermärkten angeboten.

Doktor Bruce Fife ist ausgewiesener Ernährungswissenschaftler und Arzt für  Naturheilkunde. Er gilt als ein in der Welt führender Experte bezüglich der Gesundheitsaspekte bei Kokosnüssen und verwandten Produkten. Er ist Verfasser von zwanzig Büchern, darunter „Coconut Water for Health and Healing“, und er ist Direktor des „Coconut Research Center“.

Referenzen:
1. Macalalag, E. V. and Macalalag, A. L. Bukolysis: young coconut water renoclysis for urinary stone dissolution. Int Surg 1987; 72: 247.
2. Alleyne, T., et al. The control of hypertension by use of coconut water and mauby: two tropical food drinks. West Indian Med J 2005; 54: 3–8.
3. Shah, N. J., et al. Use of coco-nut water in treatment of congestive cardiac failure. Ind Jour Med Res 1956; 44: 341–351.
4. Rattan, S. I. S. and Clark, B. F. C. Kinetin delays the onset of ageing characteristics in human fibroblasts. Biochem Biophys Res 1994; 201: 665–672.
5. Adair, W. L. and Brennan, S. L. The role of N-6-isopentenyl adenine in tumor cell growth. Biochem Biophys Res Commun 1986; 137: 208–214.
6. Dolezal, K., et al. Preparation and biological activity of 6-benzylaminopurine derivatives in plants and human cancer cells. Bioorg Med Chem 2006; 14: 875–874.

Leave a comment